20 Jahre Landsenioren – soziales Wirken auf dem Lande

Kulturprogramm: "Erna"

Am 14. Juni 2018 feierte der Landseniorenverband Sachsen-Anhalt e.V. sein 20-jähriges Bestehen. Im festlichen Rahmen nahmen über 150 Delegierte aus den 19 Landseniorenvereinigungen an der Jubiläumsveranstaltung im Ebendorfer Hotel „Bördehof“  teil. In seiner Festrede erinnerte Dr. Horst Schnellhardt, Präsident des Landseniorenverbandes, an den schwierigen Start. Die Gründungszeit ist eng verbunden mit den Namen Dr. Kurt Nöll. Schnellhardt: „ Ich möchte sagen, ohne Herrn Nöll gäbe es in den neuen Bundesländern keine Landsenioren.“Dr. Nöll hatte 1986 die erste Landseniorenvereinigung in der Bundesrepublik im Bundesland Hessen gegründet. Nach der Beendigung seiner beruflichen Laufbahn setzte er sich besonders dafür ein, den Landwirten im Ruhestand das Leben annehmbar zu gestalten. In den neuen Bundesländern waren sehr viele Landwirte nach der Wende durch die stark veränderte Struktur der Landwirtschaft in den Ruhestand eingetreten. Es bestand also Handlungsbedarf: Die erste Vereinigung wurde 1996 in Sangerhausen gegründet, gefolgt von der Vereinigung „Mittlere Elbe“. Durch die hohe Zahl von Gründungen im Jahre 1997 war es notwendig einen Verband zu gründen, der als Dachorganisation funktioniert, die Verbindung zum Bundesverband pflegt und dem heute 19 Vereinigungen angehören. Bemerkenswert war, dass zum 20-jährigen Jubiläum vier Gründungsvorsitzende kamen. So Rudi Stöckel , Gründungsvorsitzender Sangerhausen, Herr Arthur Ulm aus Bitterfeld, Dieter Mundt aus Halberstadt und Christian Böttcher aus Havelberg. Die letzten drei sind heute noch Vorsitzende. Das ist sicher auch ein Ausdruck kontinuierlicher und vertrauensvoller Arbeit. „Es ist in den 20 Jahren trotz Höhen und Tiefen gelungen, einen Verband zu entwickeln, der Hervorragendes zur Gestaltung eines gesellschaftlichen Lebens in unseren Dörfern leistet“, so Schnellhardt. Seit Jahren verbringen nicht nur Landwirte sondern auch Bewohner der Dörfer aus anderen Berufen die Zeit des Ruhestandes in den etwa 250 Veranstaltungen der Landsenioren pro Jahr. Wenn in einem Jahr über 11000 Personen an Veranstaltungen teilnehmen, wird bestätigt, dass die Angebote beliebt sind und Bedarf besteht. Damit gehören die Landsenioren zu den größten, in den Dörfern sozial wirkenden Organisationen. Bildungsveranstaltungen, Fachexkursionen, kulturelle und touristische Projekte aber auch Unterstützung bei persönlichen Fragen und Besuche im Krankheitsfall prägen die ehrenamtliche Arbeit der Landsenioren.

Präsident des Landseniorenverbandes Dr. Horst Schnellhardt

Schnellhardt: „Es ärgert uns schon, wenn im Koalitionsvertrag der Landesregierung viele im ländlichen Raum tätige Vereine aufgezählt werden aber die Landsenioren fehlen. Wenn auf dem Seniorentag 2018 festgestellt wird, dass Geselligkeit, Bildung usw. im Ruhestand immer noch die beste Medizin sind (übrigens hat dieses schon Goethe erkannt) würden wir uns über etwas mehr Anerkennung und auch Unterstützung freuen.“ Im Leitspruch der Landsenioren heißt es, einander helfen –  Freude erleben. Freude wurde auch viel verbreitet auf dem 20-jährigen Jubiläum durch humoristische Darbietungen, musikalische Unterhaltung und ein schmackhaftes Büfett.

Wer möchte ist bei den Landsenioren gern gesehen, so Schnellhardt abschließend.