Makelloses Trinkwasser im Land

Grundwasser ist wertvolles Schutzgut – Bauern sind sich ihrer Verantwortung bewusst

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(Foto: Bauernverband „Börde“ e.V.): Auf dem Steintritt des Amtshofes 
 in Hadmersleben genießt Urban Jülich einen Schluck Wasser

„In diesen heißen Sommertagen ein kühles Glas voll Wasser direkt aus dem Hahn ist ein Wohltat ohnegleichen“; dieser Ansicht von Urban Jülich, dem Vorsitzenden des Bauernverbandes „Börde“ e.V. schließen sich alle sicher gern an. Jülich weiter: „Auch die Grundwasserqualität ist gut und wird immer besser. Das ist das Ergebnis der guten fachlichen Praxis der regionalen Bauern und der strengen Vorgaben durch die aktuelle Düngeverordnung von 2017.“ Der Stickstoffbericht der Bundesregierung belegt, dass von 1990 bis 2014 der Stickstoffüberschuss um rund 44 Prozent zurückgegangen ist. „Mit der Verschärfung der Vorgaben wird sich dieser Trend weiter fortsetzen“, ist sich Landwirt Jülich sicher. Damit seien die Bauern Umsetzer der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung.

Zum Thema „Belastung des Trinkwassers“ erreichte kürzlich die „Antwort des Landesregierung Sachsen-Anhalt auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung“ den Abgeordneten Bernhard Daldrup (CDU). In dem 82-seitigen Antwortschreiben vom 29. Juni 2018 vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie mit der Nummer KA 7/1761 steht unter anderem:  „Eine Wasseraufbereitung zur Entfernung von Nitrat und Pestiziden aus dem für Trinkwasserzwecke genutzten Rohwasser fand in den letzten fünf Jahren bei keinem der zentralen Wasserwerke statt.“

(Das ganze Dokument finden Sie auf der Internetseite des Bauernverbandes Börde e.V.)

„Versäumnisse aus früheren Tagen kann man nicht den heute hier wirtschaftenden Bauern anlasten. Den Verbraucher zu verunsichern ist unnötig, zumal das Trinkwasser in unserer Region von besonderer Güte ist. Es ist wichtiger, das Vertrauen in die heimische Landwirtschaft und deren streng überwachte Lebensmittelproduktion zu stärken. Regional angebaut oder gezüchtet und hier verarbeitet sollten die Grundvoraussetzungen zu guter Ernährung sein“ fasst Jülich die momentane Schieflage in den Diskussionen zusammen. Die Anforderungen in der deutschen Landwirtschaft sind hoch, das Ausbildungsniveau für den Landwirt in der Lehre und dem Studium ebenfalls. „Mit Erfahrung und Übung ergibt sich daraus unsere gute fachliche Praxis. Jeder Landwirt in Sachsen-Anhalt muss jährlich Bodenproben an zertifizierte Labore liefern.“ So könne anschließend zielgenau und jeweils nach aktuell gemessenen Werten Gülle mit Schläuchen oder Dünger mit Spritzen ausgebracht werden. „Die Düngeverordnung, die deutsche Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie, ist ein weiterer, sehr entscheidender Schritt zu noch effektiverer Düngung in der Landwirtschaft“, fügt Jülich hinzu.

Zur Information:

Seit 2009 gibt es das Düngegesetz. 2012 erließ Deutschland die Düngemittelverordnung. Seit dem 2. Juni 2017 ist die Düngeverordnung gültig. Sie präzisiert die Anforderungen an die gute fachliche Praxis der Düngung. Hier wird geregelt wie mit der Düngung verbundene Risiken, zum Beispiel Nährstoffverluste, zu verringern sind. Anschließend ist der Stickstoffdüngebedarf der Kulturpflanzen für Ackerland und Grünland als standortbezogene Obergrenze vor der Aufbringung zu ermitteln. Die Bedarfsermittlung hat das Gleichgewicht zwischen dem voraussichtlichen Nährstoffbedarf und der Nährstoffversorgung zum Ziel. Einbezogen werden das Ertragsniveau der Kulturen, die Stickstoffmengen, die im Boden verfügbar sind, die Stickstoffmengen, die während des Pflanzenwachstums zusätzlich pflanzenverfügbar werden, die Nachlieferung von Stickstoff aus der Anwendung von organischen Düngemitteln im Vorjahr und aus Vor- und Zwischenfrüchten. Die Düngeverordnung beinhaltet Aufbringungsbeschränkungen für stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel in Abhängigkeit von Standort und Bodenzustand, regelt Sperrzeiten für die Aufbringung von Düngemitteln und macht Vorgaben zur Lagerung organischer Düngemittel.

Informationen erhalten Sie auch unter folgenden Link:

https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp7/drs/d3119cak.pdf