Kostenlose Satellitensignale für landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen-Anhalt

Kostenlose Satellitensignale für landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen-Anhalt

Seit Ende März 2018 gibt es das Projekt „Landwirtschaftlicher Fahrzeugpositionierungsservice“ in Sachsen-Anhalt.

Die Freischaltung der GPS-Signale ist wichtig für die weitere Digitalisierung der Landwirtschaft. Diese GPS-Signale stehen den Landwirtschaftlichen Betrieben kostenfrei zur Verfügung. Damit unterstützt das Land eine Forderung des Berufsstandes zur Anwendung von digitaler Technik, z.B. bei der Düngung und des Pflanzenschutzes.

alle notwendigen Informationen zur Nutzung des LPS sind unter folgendem Link zu finden:

https://www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de/de/news/einfuehrung-landwirtschaftlicher-positionierungsservice-in-sachsen-anhalt.html

 

 

Interessengemeinschaft zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Eigentums im Drömling e. V.

Vorstand der Interessengemeinschaft neu gewählt

Auf der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Eigentums im Drömling e. V. am Dienstag, 10.04.2018, wurde der Vorstand neu gewählt. Dem Landwirt Henry Hartmann aus Neuferchau wurde für weitere drei Jahre das Vertrauen ausgesprochen, als Vorstandsvorsitzender die Interessenlagen der Landwirtschaftsbetriebe bei der weiteren Entwicklung des Drömlings zu vertreten.

In seinem Bericht zu den bisherigen Vereinsaktivitäten zeigte er auf, wie und wo sich die Interessengemeinschaft engagiert hat. Neben den zahlreichen Gesprächsrunden mit der Naturparkverwaltung und dem Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling waren es vor allem die Neugestaltung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Drömling, die kritisch begleitet wurde.

Den Bördkreis vertreten Viola Homann aus Weddendorf und Jörg Stottmeister aus Bösdorf.

Bei der bisherigen Vorbereitung für ein mögliches Biosphärenreservat spielte die Erarbeitung von Forderungen der Landwirte eine Rolle. Diesen Anspruch gilt es im weiteren Verlauf aufrecht zu erhalten und umzusetzen.

Die Flächennutzung, die Kompatibilität mit der Agrarförderung und der Umgang mit dem Biber sind Themen, die auf der Agenda für die zukünftige Arbeit der sechs gewählten Landwirte aus dem Altmarkkreis Salzwedel und dem Bördekreis stehen.

Vorstand IG Drömling 10.04.2018 Bild

v.l.n.r.:  Andreas Zernecke, Friedrich Wilhelm Giggel, Henry Hartmann, Viola Homann, Jörg Stottmeister, Manfred Lehneke

Bevor der Landwirt düngen darf

Bild LBV Sachsen-Anhalt Düngefahrzeug

Bild: LBV Sachsen-Anhalt

Bevor der Landwirt düngen darf

Jede Pflanze benötigt außer Sonne, Wasser und Luft auch Nährstoffe mit denen das Wachstum unterstützt und gelenkt wird. Das nennt man Düngung und sie erfolgt angepasst an die Bedürfnisse der Pflanze und die Nährstoffe im Erdboden. Pflanzenwachstum, Ertragserhöhung, Qualitätsverbesserung und am Ende die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit sind Ziele der Nährstoffgaben, weil Mineralstoffe oft nicht in ausreichendem Maß im Boden vorhanden sind. Es gibt Bodendünger und Pflanzendünger, feste und flüssige Dünger, Einzelnährstoff- und Mehrnährstoffdünger, schnellwirkende und Depotdünger, mineralische  und organische Dünger und so weiter. Die Verwendung in der Landwirtschaft basiert auf den folgenden Gegebenheiten: Überdüngung schadet den Pflanzen, dem Boden, dem Oberflächenwasser und dem Grundwasser. Das lernt ein Landwirt in der Ausbildung und dieses Wissen vertieft sich aus der Erfahrung. Außerdem ist in Europa ist die NEC-Richtlinie einzuhalten, die in Deutschland mittels der Düngeverordnung umgesetzt und vom Land in Vollzugshinweisen geregelt wird. Nicht zuletzt: Alle Dünger kosten Geld.

 Die Düngeverordnung regelt die Grundsätze zur Düngebedarfsermittlung, Nährstoffvergleiche, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten und die besonderen Grundsätze für die Anwendung von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft. In der Düngeverordnung steht unter anderem, dass ein direkter Eintrag von Düngern in die Oberflächengewässer verboten ist, Stickstoff- und phosphorhaltige Düngemittel nur ausgebracht werden dürfen, wenn der Boden für diese aufnahmefähig ist. Die Düngemittel sind im Rahmen guter fachlicher Praxis zeitlich und mengenmäßig so auszubringen, dass die Nährstoffe von den Pflanzen weitestgehend ausgenutzt werden können und Nährstoffverluste bei der Bewirtschaftung sowie damit verbundene Einträge in die Gewässer weitestgehend vermieden werden. Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Die Düngemittelverordnung gibt auf 50 Seiten vor, was einzuhalten ist. (Ein Bußgeldkatalog regelt Verstöße.) Jährliche Bodenproben bilden die Grundlage für die Düngebedarfsermittlung. Eingerechnet werden u.a. das Ertragsniveau der letzten drei Jahre, der Humusgehalt und die Düngung vom Vorjahr. Es gibt Sperrfristen für spezielle Düngemittel mit wesentlichem N-Gehalt (z.B. Gülle oder Stallmist) und Stickstoffobergrenzen für organische Dünger. Keine Düngung darf bei überschwemmtem, wassergesättigtem, gefrorenem oder schneebedecktem Boden erfolgen. Abstände zu Gewässern sind streng geregelt. Es gilt bodennahe Ausbringung auf bestelltem und Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Acker. Festgelegte Lagerkapazitäten für Gülle, Jauche, Festmist und so weiter sind vorzuhalten. Die Pflichten zur Dokumentation sind streng geregelt. Das alles beschäftigt den Landwirt nicht auf dem Acker sondern im Büro. Dann erst fährt er auf sein Feld. Verbraucher vor Ort sollten auf die gute fachliche Praxis der Bauern in der Region vertrauen. Sie sind interessiert an Aktuellem vom Acker und aus dem Stall“? Unter dem Titel „Bocholter Landschwein“ erklärt ein Bauer, was gerade zu tun ist. Zum Beispiel „Tarngetreide und Zwischenfrucht“: https://www.youtube.com/watch?v=mHwQU0zi5uE

Mit CDU-Landratskandidat Stichnoth im Gespräch

Gespräch Stichnoth

Bildtext: Auf dem Amt in Hadmersleben: Bauernverband „Börde“ e.V. im landwirtschaftlichen Fachgespräch mit dem Landratskandidaten der CDU, Martin Stichnoth.

Mit CDU-Landratskandidat Stichnoth im Gespräch

Urban Jülich, Oscherslebener CDU Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Bauernverbandes „Börde“ e.V., hatte vor kurzem den Landratskandidaten seiner Partei, Martin Stichnoth, zu einem landwirtschaftlichen Fachgespräch eingeladen. An dem Meinungsaustausch in Hadmersleben nahmen Mitglieder des Bauernverbandsvorstandes und dessen Geschäftsführung sowie der dort angeschlossenen Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt teil. Allgemeine landwirtschaftliche Themen und Probleme der Wahrnehmung des bäuerlichen Berufsstandes durch die Bevölkerung wurden diskutiert. Eine Angelegenheit, welche die Zusammenarbeit der Landkreise mit den Bauern besonders betrifft, ist die zunehmende Bürokratie. Konsens unter den Landwirten ist, dass nur noch Kontrolle durch Landkreismitarbeiter die Verwaltung mit den Bördebauern verbindet. „Unser Wunsch ist“, so Urban Jülich, „ dass der Landkreis wieder mehr Ansprechpartner und Vermittler für den einzelnen Landwirt mit seinen Angelegenheiten wird.“ Als in der Verwaltung noch mehr Leute mit landwirtschaftlichem Bezug arbeiteten, wäre das anders gewesen. Zunehmend seien es nun Verwaltungsfachangestellte, die stringent nach Gesetzestexten handelten. „Wir benötigen aber Ansprechpartner beim Landkreis, die Gegebenheiten sachlich einzuschätzen wissen und auch ihrer Beratungspflicht nachkommen.“ Stichnoth versprach, wenn er Landrat würde, sich dieser Angelegenheit anzunehmen und bei der zukünftigen Stellenvergabe im Amt darauf zu achten.

Projekt „Grünes Erleben – Bauernhof als Klassenzimmer“

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Projekt „Grünes Erleben – Bauernhof als Klassenzimmer“

auch in diesem Jahr gibt es in vielen Schulen des Landkreises und der Stadt Magdeburg großes Interesse landwirtschaftliche Betriebe zu besuchen und die praktische Landwirtschaft in ihrer Region kennenzulernen. Der Bauernverband „Börde“ e.V. organisiert im Rahmen des Projektes „Grünes Erleben – Bauernhof als Klassenzimmer“ das Schulen und Betriebe, die bereit sind das Projekt mit Leben zu erfüllen, zusammenkommen.

Insgesamt 50 Schulklassen aus Grund- und Sekundarschulen und auch aus Fördereinrichtungen zeigen Interesse an unserem Projekt. Sie sind bestrebt den Kindern einen Einblick in die Produktionsstruktur der Betriebe zu verschaffen und möchten Informationen zur Milchproduktion und Hühneraufzucht, zum Ackerbau, Getreideproduktion u.a. an die Kinder vermittelt.

Das Land unterstützt die Betriebe mit einer Aufwandsentschädigung und stellt auch Mittel für Buskosten bereit. Der Bauernverband begleitet das Projekt durch Bereitstellung von Material.

Es wäre schön, wenn sich Ihr Betrieb bereit erklären würde an diesem Projekt teilzunehmen. Das ist eine wichtige Investition in den Verbraucher von morgen. Und besonders der enge Kontakt zur oft kritischen Lehrerschaft befördert ein positives Image der Landwirte.

Interessierte landwirtschaftliche Betriebe an diesem Projekt sollten sich umgehend beim Bauernverband „Börde“ e.V. unter der Mail. bvboerde@bauernverband-st.de melden.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung!!

AG Hamersleben bereitet sich auf den Zentralen Tag des offenen Hofes in Sachsen-Anhalt vor

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Erstmals wird die zentrale Auftaktveranstaltung im Bördekreis stattfinden. Dieser Tag wird vom Bauernverband Sachsen-Anhalt und der Agrarmarketinggesellschaft unterstützt. Die Agrargenossenschaft Hamersleben hat für 2018 den Zuschlag bekommen und somit starten nun die ersten Vorbereitungen und Vorgespräche. Wie Wolfgang Zahn von der AMG informierte, ist die Auftaktveranstaltung immer ein großes Event und hebt sich schon deutlich von folgenden Veranstaltung ab. Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff wird neben zahlreichen Ehrengästen aus Politik und den Landwirtschaftsverbänden mit vor Ort sein am 09. Juni. Mit dem MDR ist zudem ein Medienpartner dabei, der mit Unterhaltung und Showprogramm sicher zahlreiche Künstler in Hamersleben auf einer großen MDR-Bühne mit an Bord hat. Natürlich wird es auch Landwirtschaft zum anfassen geben. Moderne Landwirtschaft soll in Vorführung gezeigt werden und Feldrundfahrten sollen das Ergebnis des Einsatzes von Technik und guter Bestandspflege verdeutlichen. Der hochmoderne Milchviehstall mit Melkroboter zeigt heutige Milchproduktion und alle können sich live alles hautnah anschauen.

Und für die zu erwartenden Gäste wird auch eine Menge an Rahmenprogramm noch zusätzlich geboten an Unterhaltung, Information und Mitmachen. Zahlreiche Direktvermarkter werden für das leibliche Wohl sorgen und da werden vorwiegend regionale Spezialitäten angeboten. Zum Beispiel Ochse am Spieß, Obstweine aus der Börde bis hin zu einer 10 Meter großen Tortentafel welche geplant ist.

Auf Betriebschef Harald Behrens warten nun spannende Wochen der Vorbereitung. Mit diesem Aktionstag in der Börde will er für die Region ein Achtungszeichen setzen und das Thema Landwirtschaft an die Menschen bringen und natürlich auch den zahlreichen Ackerverpächtern der Genossenschaft mal Dank sagen. Wie er sagte, funktioniert Landwirtschaft auch nur im gegenseitigen Miteinander mit den Menschen in den Orten. Und der Tag soll eine gute Gelegenheit werden, um auch mit allen ins Gespräch zu kommen.

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Foto: AG Hamersleben

 

Tag des offenen Hofes jetzt anmelden

Hoftag Jülich 2017

25 Jahre Semundo Agrar Urban Jülich, Hadmersleben

2018 findet die „Tage des offenen Hofes“ bundesweit am 09. Und 10. Juni 2018 statt. Diese zentrale Imagekampagne des Berufstandes sucht wieder zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe, die als Gastgeber die Bevölkerung auf ihre Betriebe  einladen und über die moderne Landwirtschaft informieren. Der Ausrichter der zentralen Veranstaltung in Sachsen-Anhalt ist am 09. Juni 2018 die Agrargenossenschaft e.G. Hamersleben im Bördekreis.

Die Agrarmarketinggesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt  (AMG) beabsichtigt die Aktivitäten der Unternehmer in gewohnter Weise finanziell zu unterstützen.

Für nähere Fragen dazu und zur Organisation findet man Ansprechpartner  bei der AMG, Wolfgang Zahn Tel. 0391-7379022 und beim Bauernverband Christian Apprecht Tel. 0391-7396916.

Aufruf und Anmeldeformular stehen auf der Internetseite des Bauernverbandes zur Verfügung: www.bauernverband-st.de

Unter der Adresse www.offener-hof.de stellen Verbände verschiedene Materialien für den Tag des offenen Hofes kostenfrei zur Verfügung.

boerdegruen australische Gruppe

Agro Bördegrün GmbH & Co. KG, Niederndodeleben

 

Kreisbauernverbandstag 15. Februar 2018

BT 2018

neuer Vorstand: v.l. Jörg Claus, Marie-Christin Völcke,Martin Behrens,Thomas Seeger, Silke Fischer, Andreas Bonstedt,Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, Urban Jülich, Heidrun Spengler-Knappe, Jörg Stottmeister, Matthias Trittel, Joachim Klette, Sven Borchert, Klaus Horstmann

Für die Menschen in den Dörfern der Börde: An uns vorbei kann Landwirtschaftspolitik nicht glücken

Würden Sie Grünkohl essen, der vor einer Woche mit Glyphosat behandelt wurde? Nein, auch nicht nach vier Wochen; So oder ähnlich lauteten Antworten bei einer Umfrage von jungen und älteren Leuten bei einer Demo anlässlich der Grünen Woche in Berlin.

Ein Video zeigt diese provokante Aktion eines Reporters. Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre: Totalherbizid auf Grünkohl – da ist nichts mehr zum Essen da! Diese Aktion können Sie hier vor der Tür wiederholen, egal wo Sie das jetzt lesen. Hier fehlen eindeutig Kenntnisse und Informationen. Das ist Aufgabe der Politik: Öffentlichkeitsarbeit! Urban Jülich, Vorsitzender des Bauernverbandes „Börde“ e. V. ließ es nicht bei diesem Vorwurf sondern setzte noch eins drauf: „Wir sollten die Politik nicht Städtern überlassen, die auf dem Land nichts zu verlieren haben, nicht einmal Wählerstimmen.“ Viel Applaus erntete er dafür von den etwa 120 Landwirten und Vertretern landwirtschaftlicher Verbände und Institutionen. Urban Jülich forderte in Anwesenheit vieler Politiker, unter anderen Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, Landrat Hans Walker, Landtagsabgeordnete Silke Schindler und Bundestagsabgeordneter Manfred Behrens, die ländliche Bevölkerung, insbesondere die hier wirtschaftenden Bauern und ihre Familien nicht der grünen Umweltpolitik zu überlassen. Jülich: Politiker sollten mit Verantwortung für alle Beteiligten am Tisch Entscheidungen treffen und Gesetzte verabschieden! Die klassische Landwirtschaft deckt diesen Tisch Tag täglich mit Herz und Verstand für Natur und Mensch! Warum nehmen wir wissenschaftlich definierte Ergebnisse in Diskussionen wie beim Thema “Glyphosat” nicht bei einer Entscheidungsfindung an? Wissenschaft ist zwar nicht Wahrheit, aber der einzige Weg zur Wahrheit!” Der Anregung Jülichs, eine Anhörung im Landtag zum Thema  „Glyphosat“ zu veranstalten, um auf wissenschaftlicher Basis das Pro und Contra zu diskutieren, waren die Landtagspolitikerinnen wohlgesonnen. Viele andere aktuelle landwirtschaftliche Themen wurden beim Verbandstag angesprochen und diskutiert, ein neuer 14köpfiger Vorstand wurde gewählt und mit der „Agricola Burgstall Agrar GmbH“ wurde der beste Ausbildungsbetrieb 2017 geehrt. Da alle Landwirte der Region von der aktiven Lobbyarbeit des Bauernverbandes profitierten, wäre es der Sache sehr dienlich, wenn noch mehr landwirtschaftliche Betriebe in den Bauernverband „Börde“ e. V eintreten. Die Organisation vertritt im Moment 256 Mitglieder; davon sind 185 landwirtschaftliche Unternehmer.

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bester Ausbildungsbetrieb 2017: Agricola Burgstall Agrar GmbH, Angela Bradatsch, Bärbel Lücke

Plötzlich Biotop oder die kleine stille Enteignung

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Urban Jülich, Vorsitzender des Bauernverbandes „Börde“ e.V.: „Wie weit soll das noch führen?“

Ein Schreiben des Landratsamtes informiert Sie darüber, dass plötzlich Stücke Ihres Ackers wertvolle Biotope sind. Dann sind Sie machtlos, denn das Bundesnaturschutzgesetz und das Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt machen es möglich. Diese Schreiben, in denen Boden der Nutzung entzogen wird erreichen in diesen Monaten gehäuft Landeigentümer. Diese werden über Lage und Art des ganz neuen Biotops aufgeklärt und aufgefordert, Pächter oder zukünftige Käufer darüber zu informieren. Das Biotop bekommt eine Nummer im Naturschutzregister und fertig – weg ist es das Stück Land, raus aus der Bearbeitung: „Nicht zulässig ist die deutliche Intensivierung der Bewirtschaftung/Nutzungsweise“, so steht es im Schreiben des Landratsamtes mit dem Zusatz: „Ein Widerspruch hiergegen ist nicht möglich.“ Im Moment häufen sich die Zustellungen solcher Schreiben vom Haldenslebener Amt;  zuständig ist hier der „Fachdienst Naturschutz und Forsten“. Da sei in der vergangenen Zeit  einiges liegengeblieben, hieß es aus dem Amt. Man arbeite daran: Immer wenn Anfragen von Planungsbüros kommen, begutachten Mitarbeiter im Außendienst die Gegebenheiten. Zudem kämen immer mehr Anzeigen an, denen man nachgehe. Für ausgeschriebene Biotope gelte im Endeffekt die Vermeidung von Bewirtschaftung. Strafen von bis zu 50 000€ könnten hier ausgesprochen werden. Geplant sei, alle Biotope zu kartieren. Für ein Biotop reicht nach dem Gesetz also seine bloße Existenz. So können Randstreifen, Eckstücke, steinige oder versumpfte Stellen, die bei der Bearbeitung längere Zeit ausgespart werden, bei der Begutachtung zum Biotop erhoben werden. Urban Jülich, der Vorsitzende des Bauernverbandes „Börde e.V.“, bezeichnet das als ein Beispiel unter vielen, bei der man die Pflichterfüllung des Eigentümers  und/oder Bewirtschafters für das Gemeinwohl vor die Verfügungsfreiheit setze. „Wie weit sollen diese Eingriffe ins Eigentum noch führen?“ lautet seine Frage an die Politik: „Der Landwirt soll der Natur immer mehr Raum lassen, ist aber doch in erster Linie Unternehmer. Wenn im Namen der Gesellschaft so gehandelt wird wie bei diesem Bewirtschaftungsverbot, hat der Landwirt da nicht auch Anspruch auf einen Ausgleich?“

Urban Jülich bittet deshalb alle Empfänger solch eines Schreibens, Grundstückseigentümer und Pächter, sich an den Interessenvertreter der Bauernschaft hier, den Bauernverband „Börde“ e.V. ( E-Mail: bvboerde@bauernverband-st.de) zu wenden, um die Dimensionen dieser „Enteignung“ zu erfassen und mit den Zahlen die Politik zu ermahnen, den Wirtschaftszweig nicht noch weiter zu reglementieren.

Studie für die Kosten der deutschen Landwirtschaft infolge Umweltauflagen und zusätzlichen Auflagen

Studie für die Kosten der deutschen Landwirtschaft infolge Umweltauflagen und zusätzlichen Auflagen

Infolge der öffentlichen Diskussion um die Zukunft und Weiterentwicklung der deutschen Landwirtschaft, sowie der Gemeinsamen Agrarpolitik wird nicht hinterfragt, welche Kosten die Landwirte bereits heute auf sich nehmen, um die Umwelt zu schützen bzw. gesellschaftliche Leistungen zu erbringen.

Hier setzt die Studie von Helmut Karl (Ruhr-Universität Bochum) und Steffen Noleppa (HFFA Research GmbH) an. Ihr Ziel ist eine umfassende Analyse für Mehrkosten durch Umweltstandards und anderen Auflagen gegenüber Mitbewerbern der deutschen Landwirtschaft vorzulegen. Des Weiteren soll das Wissensdefizit in der Öffentlichkeit aufgeklärt werden. Lt. Studie belaufen sich die Kosten für die deutschen Bauern auf 315 Euro je Hektar und liegen damit rund 180 Euro je Hektar höher als ihre Mitbewerber aus den nicht EU-Ländern. Die Studie ist unter www.hffa-research.com veröffentlicht.