Stoppelfelder und lange noch kein Herbst

Bauernverband „Börde“ e.V. fordert schnelle Dürre-Hilfen

Die Ernte hat wegen des Regenmangels einen Monat früher begonnen. Einbußen zwischen 20 und 50 Prozent bis hin zu Totalverlusten in einigen Regionen sowie schlechte Qualitäten sind die bittere Realität und Prognose für die diesjährige Ernte von Getreide, Raps und Mais. Für Urban Jülich, Vorsitzender des Bauernverbandes „Börde“ e.V. ist die diesjährige Wetterlage in Sachsen-Anhalt mit der langanhaltenden Trockenzeit und der daraus resultierenden schlechten Ernte von den Landwirten allein nicht zu tragen. Das normale Risiko, die Abhängigkeit des Bauern vom Wetter und die Unwägbarkeiten in Hinblick auf die Erträge seien längst überschritten und allein durch den Klimawandel bedingt. Jülich: „Seit April fiel nur noch vereinzelt Regen auf die angehenden Lebensmittel. Für diesen Fall oder bei Hochwasser und ähnlichen Extremen stünde der Klimafolgefond der EU zur Verfügung. Das Land sollte sich nun endlich um die Ansparung dieser Mittel bemühen, fordert der Bauernverband Börde e.V. zum wiederholten Mal. Die als Grundlage für weitere Maßnahmen von der sachsen-anhaltinischen Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert verlangte Schadensabschätzung ist aber im Moment nicht möglich. Genaue Zahlen ergäben sich erst nach der Ernte, nach der Abrechnung von Menge und Preis. Jülich: „Wenn das Ministerium auf diese Zahlen warten will, haben kleinere Betriebe keine Chance mehr. Sie benötigen jetzt Liquiditätshilfen, um zum Beispiel den Kauf von Saatgut abzusichern.“ Der Bauernverband „Börde“ e. V. erwartet die genauen Ernteergebnisse aus den Betrieben in diesem Jahr Ende August.

Read more… →

Zwei Monate ohne Regen – Gerstenernte hat drei Wochen zu früh begonnen

20. Juni 2018: Diese Gerste in der Börde bei Groß Germersleben ist sehr unterschiedlich; man sieht die trockenen Kuppen. Zur gleichen Zeit wird zwei Dörfer weiter notreife Gerste bereits gedroschen.

Die Rübensaat bekam im April noch einmal ordentlich Regen zum Aufgehen und dann gab es nur vereinzelt Gewitterschauer oder gebietsweise Regen, die den landwirtschaftlichen Kulturen das nötige Wasser lieferten. Die ungewöhnlich frühe, lange und starke Hitze verschärft das Problem. Schäden durch Abschwemmungen aufgrund extremer Starkniederschläge verschärften die Lage mancherorts. Wetteränderungen sind nicht in Sicht. Für die Region des Bauernverbandes „Börde“ e. V., bedeutet das kurz gesagt Notreife wegen Dürre: Wenige und kleinerer Körneransatz bis zu tauben Ähren bei den diesjährigen Wintergetreidearten, der Raps ist spärlich gewachsen, der Mais leidet enorm und die Rüben haben teilweise noch nicht die Reihen geschlossen. Trockene Kuppen auf den Äckern kann man von weitem erkennen, denn notreifes Getreide ist gelb und der Rest noch grün. Tierhaltern sehen ein verzögertes Problem auf sich zukommen: Wiesen und  Futterkulturen vertrocknen; der zweite und dritte Futterschnitt im Jahr könnte komplett ausfallen. Das wären dann schon die Vorräte für den Winter und wird in einigen Betrieben den Abbau von Tierbeständen zur Folge haben.

Der Vorsitzende des Bauernverbandes „Börde“ e.V., Urban Jülich umreißt die Schwierigkeiten: „Diese Unterschiede bereits auf einer Fläche werden zu schlechten Erntequalitäten führen. Schlimmer wird es jedoch für diejenigen Landwirte, die mit erheblichen Ertragsminderungen bis zu Totalausfällen auf ihren Äckern rechnen müssen, weil sandigere Böden das wenige Wasser viel schlechter halten konnten. Das überstiege das normale, gewohnte Wagnis in der Landwirtschaft. Existenzen wären bedroht.“

Der Bauernverband „Börde“ e. V. fordert die Politik auf, die von Regenknappheit und ungewöhnlicher Hitze betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe nicht allein zu lassen.

Die regionalen Unterschiede machen zur Zeit noch Schätzungen zu Ertragseinbußen sehr schwierig bis unmöglich. Das wäre aber grundlegend, denn die betroffenen Länder und ihre Landwirtschaftsministerien prüfen zur Zeit, ob die Voraussetzungen für eine nationales Dürrehilfe gegeben sind und man gemeinsam an den Bund herantreten wird. EU-Zustimmungen müssten für solch ein Notstandsprogramm auch noch eingeholt werden. „Allerdings“, so Jülich, „würde nach der nun einsetzenden Ernte bald mit der Bodenbearbeitung und Aussaat für 2019 begonnen. Kosten fallen an. Die Bauern benötigen schnelle Hilfe.“

Er bemängelt ganz allgemein, dass die sachsen-anhaltinische Politik sich überhaupt nicht um die Folgen der Klimaveränderungen kümmert. Dabei seien Hochwasser, Unwetter oder eben anhaltende Trockenheit keine Einzelereignisse mehr. Jülich: „Die EU stellt Gelder bereit, die man in Fonds ansparen und im Notfall schnell verteilen könnte. Das wäre effektiv.“

Sehr unterschiedlich, je nach Standort und Regenmenge, ist der diesjährige Mais aufgewachsen.

 

 

 

Bördeschatzkiste – geballte Bördewerbung

BSK 17.04.2018

Akteure auf dem Geflügelhof Altenweddingen

Es ist mittlerweile eine kleine Erfolgsgeschichte, darin sind sich alle Beteiligten der Bördeschatzkiste einig. Knapp 6.000 Kisten in Form der Bördebox oder der hochwertigen Premiumkiste sind bislang an den Mann und die Frau gebracht worden. Das gemeinsame Projekt mit dem Landkreis, dem Kreisbauernverband und der Agrarmarketinggesellschaft des Landes läuft nun bereits im fünften Jahr. Die gesamte Logistik wird über die Lebenshilfe Ostfalen in Seehausen erbracht und auch hier liegt mit der Grundstein für den Erfolg.

Auf der diesjährigen Jahreszusammenkunft aller beteiligten Akteure auf dem Geflügelhof Altenweddingen wurde ein positives Fazit gezogen. Mittlerweile 26 Regionalproduzenten und Wirtschaftsunternehmen zeigen und stellen ihre Produkte vor und machen auf sich aufmerksam. Für Danny Schonnscheck, Fachbereichsleiter Wirtschaft im Landratsamt ist dieses Projekt ein sehr guter Werbebotschafter für alle in der Region. Als Geschenk oder Präsent konzipiert, geht die Bördeschatzkiste auch oft über Landkreisgrenzen hinaus und vermittelt und zeigt so die Vielfalt der Börde. Denn hier wird Kulinarisches mit Tourismuswerbung und Landkreisinformation verknüpft, so Schonscheck.

Man wolle immer auch etwas Neues den Kunden anbieten und die Attraktivität steigern, informiert Wolfgang Zahn von der AMG. In diesem Jahr konnten bereits drei weitere Partner gewonnen werden. Winchen Delikatessen aus Haldensleben mit Ketschup und Zwiebelmarmelade, die Eis- und Backwarenmanufaktur Reinhardt aus Ausleben mit einer Kreation von verschiedenen Bördetalerkeksen und die Agrargesellschaft Wegenstedt mit Wurstwaren. Auch kann sich der Kunde im Weihnachtsgeschäft über eine komplett neue Premiumkiste freuen.

Seit kurzem ist auch die Onlinebestellung möglich, zudem ist auch ein Versand direkt an den Beschenkten möglich, berichtet Bianka Kallnischkies von der Lebenshilfe. Anfragen werden unter der Telefonnummer 039 407 / 93 68 74 entgegengenommen.

 

Studie für die Kosten der deutschen Landwirtschaft infolge Umweltauflagen und zusätzlichen Auflagen

Studie für die Kosten der deutschen Landwirtschaft infolge Umweltauflagen und zusätzlichen Auflagen

Infolge der öffentlichen Diskussion um die Zukunft und Weiterentwicklung der deutschen Landwirtschaft, sowie der Gemeinsamen Agrarpolitik wird nicht hinterfragt, welche Kosten die Landwirte bereits heute auf sich nehmen, um die Umwelt zu schützen bzw. gesellschaftliche Leistungen zu erbringen.

Hier setzt die Studie von Helmut Karl (Ruhr-Universität Bochum) und Steffen Noleppa (HFFA Research GmbH) an. Ihr Ziel ist eine umfassende Analyse für Mehrkosten durch Umweltstandards und anderen Auflagen gegenüber Mitbewerbern der deutschen Landwirtschaft vorzulegen. Des Weiteren soll das Wissensdefizit in der Öffentlichkeit aufgeklärt werden. Lt. Studie belaufen sich die Kosten für die deutschen Bauern auf 315 Euro je Hektar und liegen damit rund 180 Euro je Hektar höher als ihre Mitbewerber aus den nicht EU-Ländern. Die Studie ist unter www.hffa-research.com veröffentlicht.

Aktion Heimische Landwirtschaft

HeimischeLandwirtschaft_Radio bearbeitet

Bild: Evelyn Zschächner

Initiative Heimische Landwirtschaft
Um die Leistungen der Landwirte für die Gesellschaft sichtbar zu machen und Vertrauen zwischen Verbrauchern und landwirtschaftlichen Erzeugern zu schaffen, gründeten einige Landwirte im Jahr 2011 die Initiative Heimische Landwirtschaft, der sich mittlerweile viele große und kleine, konventionell und ökologisch arbeitende Agrarbetriebe angeschlossen haben. Ziel der Initiative ist es, durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit ein realistisches Bild der modernen Landwirtschaft zu vermitteln. Eine zentrale Rolle spielen dabei Radiospots, in denen die vielfältigen Aufgaben der Landwirte transparent und verständlich dargestellt werden.
Ziel ist es, eine flächendeckende Ausstrahlung unserer Radiospots auf allen großen Sendern in ganz Deutschland zu erreichen, um damit das Ansehen von uns Landwirten in der Öffentlichkeit zu verbessern. Das schaffen wir aber nur, wenn sich möglichst viele Betriebe an dieser Initiative beteiligen. Für jeden Einzelnen ist es nur ein kleiner Beitrag, in der Summe können wir damit aber viel erreichen. Deshalb bitten wir alle Landwirte, die sich von unserer Initiative angesprochen fühlen, machen Sie mit und beteiligen auch Sie sich an dieser Aktion.

Informieren Sie sich unter www.heimischelandwirtschaft.de