Grüne Woche 2026
Mit den vier Bussen, welche vom Bauernverband „Börde“ e.V. organisiert wurden, kamen rund 235 Messebesucher direkt zum Elbe-Börde-Heidetag in die Sachsen-Anhalt-Halle der Grünen Woche. Dort flanierten sie und viele andere durch die Stände, informierten sich und labten sich an den regionalen Köstlichkeiten. Begeistert begleiteten sie das Bühnenprogramm, ehe sie anschließend individuelle Nachforschungen betrieben, kulinarisch und touristisch die deutschen Bundesländer und die Welt bereisten oder sich einfach über das riesige Messegelände treiben ließen. Von ungarischem Mohnlikör, englischen Karamellbonbons, Schweizer Käse, eingelegten Lupinen aus Italien, schwedischer Elchbratwurst bis zur Wollschweinsalami aus Böddensell – auf der Grünen Woche kann man alles probieren, Landwirtschaftliche Produkte, Neues auf dem Markt und Informationen dazu, das steht für Nichtfachbesucher im Vordergrund der internationalen Messe, die zum 100. Mal in Berlin stattfand. Marius Thordsen Denecke, der als Geschäftsführer des Bauernverbands Börde selbst einige Tage auf der Messe verbrachte, konnte wieder viele der Mitfahrenden aus den Bussen begrüßen.

Eugenie und Hans-Günter Kontzig sind die „Gentleman Farmer“ aus Böddensell bei Flechtingen und zum ersten Mal auf der Grünen Woche mit ihren Wurstprodukten von zum Beispiel Skudden, Wollschweinen oder Pommerngänsen – seltenen Haustierrassen

Sachsen-Anhalt feierte die 100-jährige Geschichte der Messe unter anderem mit einem riesigen Baumkuchen
Wie Thordsen Denecke stellen sich viele Institutionen, Verbände & Unternehmen, die sich mit der Land-, Forst- und Fischwirtschaft beschäftigen, dem Messepublikum vor. Fachveranstaltungen und Podiumsdiskussionen bereichern das einwöchige Programm für die Profis der Branche. So war auch die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt, die in Wanzleben und Halle ihre Büros hat, mit einigen der zwölf Mitarbeiter vertreten. Grundlage der Stiftungsarbeit ist die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten, weil diese die heutigen Kulturlandschaften geschaffen haben. Am Stand des Deutschen Bauernverbandes war die Stiftung deshalb gut aufgehoben. Die Fachleute der Stiftung haben im letzten Jahrzehnt zahlreiche langfristig angelegte, praxisnahe sowie ökologisch und ökonomisch tragfähige Projekte entwickelt und gemeinsam mit den Partnern vor Ort für die praktische Umsetzung gesorgt. Unter anderem sind hierbei Projekte wie „Kooperativer Naturschutz in der Agrarlandschaft“, „F.R.A.N.Z.“ und „MoNaKo“ sowie verschiedene Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen zu nennen. Andere Stiftungskonzeptionen widmen sich dem Erhalt von wertvollen Ackerwildkräutern, dem Schutz des Feldhamsters sowie der Entwicklung wertvoller Grünländer durch Beweidung. Die Website der Stiftung www.stiftung-Kulturlandschaft-Sachsen-Anhalt.de gibt Auskunft über die Themen.

Auch Kinder sind an den Messeständen herzlich willkommen und werden altersgerecht an die Landwirtschaft herangeführt
Oder man geht direkt an den Stand auf der Grünen Woche. Dort gab Dr. Jens Birger, Geschäftsführer der Stiftung, Auskunft über die verschiedenen Arbeitsgebiete. „Hauptsächlich“, so Dr. Birger, „trafen wir uns hier mit Politikern, um unsere Projekte vorzustellen.“ Unterstützer zu finden, sei enorm wichtig, fügte er hinzu. „Anfang 2016 wurde die Stiftung von acht Kreisbauernverbänden und dem Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. gegründet und so können wir im März das zehnjährige Jubiläum in Wanzleben und damit die Erfolgsgeschichte der Stiftung feiern.“ Dr. Birger war der erste Mitarbeiter. „Jetzt arbeiten wir zu zwölft, haben unsere Schlagkraft also erheblich erhöht.“ Stolz erzählt er von der erfolgreichen Stiftungsarbeit zur Aufwertung der Kulturlandschaft, den zahlreichen Förderprojekten und den neuen innovativen Ansätzen, zum Beispiel dem Kooperativen Naturschutz. „Der kooperative Ansatz ist perfekt für unsere hochproduktiven Agrarräume, um Naturschutzmaßnahmen Seite an Seite mit den landwirtschaftlichen Betrieben zielgerichtet und betriebsübergreifend festzulegen und umzusetzen.“ Verwaltungsabläufe würden durch die Gruppenanträge effektiver und einfacher gestaltet werden, fügt Dr. Birger hinzu.

Mit einem wissenschaftlichen Zwischenbericht wurde MoNaKo, eines der Projekte der Stiftung Kulturlandschaft im Rahmen einer Podiumsdiskussion geehrt
Aber Dr. Birger und seine Mitarbeiter haben sich bereits neue Ziele gesetzt. Zu den fünf derzeit bestehenden Naturkooperativen Mansfeld-Südharz, Nordharz, Querfurter Platte, Köthener Ackerland und Magdeburger Börde sollen weitere hinzukommen. Dr. Birger dazu: „Perfekt wäre es, wenn Kooperativen landesweit arbeiten könnten. Dazu sollten diese in der neuen GAP-Periode (GAP-Gemeinsame Agrarpolitik) aufgewertet werden.“ Der Geschäftsführer plant, auch in den kommenden Jahren mit vollem Einsatz die Stiftungsziele zu verfolgen und noch mehr Betriebe für eine enge Zusammenarbeit zu gewinnen.




Comments are closed