Ackerbau-Allgemein-Bildung + Berufsnachwuchs

Zwölf Schulklassen, 3. bis 7. Klasse, konnten bei der „Semundo Agrar“ auf dem Amtshof in Hadmersleben, jeweils an einem Vormittag erleben, wieviel Mühe der Landwirt für eine Kartoffel aufwendet. Babette Jülich von der Geschäftsführung hat mit Unterstützung des Bauernverbandes, der Landfrauen und vorwiegend über ihr eigenes Projekt „Barfuß ins Glück“, welches sich mit der Beziehung Mensch-Natur beschäftigt, somit einigen hundert Kindern über die Kartoffelknolle die Landwirtschaft nähergebracht. Hilfe auf dem Hof und auf dem Acker hatte sie von den Studentinnen Melina und Romy.

Riesig groß ist der Kartoffelroder auf den die Kinder klettern durften

Die Kinder und Lehrer, die zum Teil schon seit Jahren den Betrieb besuchen, begannen ihren Tag im Pflanzkartoffellager. Von „Agria“ bis „Welsa“ werden hier Speise- und Industriekartoffeln für das Legen der Knollen im nächsten Frühjahr unter optimalen Bedingungen gelagert. Babette Jülich zeigte den Kindern in der Maschinenhalle die Legetechnik und erläuterte dabei auch all die Pflegemaßnahmen auf dem Acker übers Jahr, bis dann der Kartoffelroder ans Werk gehen kann. Roderfahrer Maik Pietsch erläuterte den Schülern noch auf dem Hof die Rodetechnik und wer wollte, durfte zu ihm in die Fahrerkabine raufsteigen.

„An all den Tagen, von Ende September bis Mitte Oktober, an denen Schulklassen auf unseren Hof kamen, war zum Glück wunderbares Herbstwetter“, erinnert sich Babette Jülich, die sich über jedes einzelne Kind freut, welches entdeckt, wieviel Arbeit in einer Kartoffel steckt. „Wissen vermitteln durch eigenes Erleben“ liegt der Landwirtin am Herzen. Und auch die drei Hunde der Jülichs, Rocky, Eisbär und Ben, waren immer mit dabei und bekamen unendlich viele Krauleinheiten von kleinen Kinderhänden. Hundeangst verflog ganz schnell.

Die Beutel der Kinder werden immer schwerer aber unermüdlich suchen sie weiter

Nach der Hofbesichtigung ging es mit dem Kremser raus aufs Feld wo erst einmal am Rand gepicknickt wurde. Mit Beuteln bewaffnet liefen die Kinder dann über die gerodete Fläche, suchten nach Restkartoffeln – Kartoffelstoppeln nennt man das. Es sammelte sich schon was in den Beutel an, aber die Ausbeute an recht kleinen Knollen war eher mäßig, obwohl die Kinder kreuz und quer übers Feld liefen. Erst zum Schluss gab es den großen Spaß. Ein Kartoffeldamm durfte mit der Hacke geöffnet werden. „Das war, wie wenn man einen Pralinenkasten öffnen darf“, beschreibt Babette Jülich; „die Kinder bekamen große Augen bei der Menge an Knollen auf kleinem Platz und es gab einen richtigen Wettbewerb, wer die größte oder die verrückteste Kartoffel aufsuchte.“ Dreckige Hände waren egal, auch den Stadtkindern aus Magdeburg. Mit vollen Beuteln ging es zurück auf den Hof. Dort erwartete die Klassen als Abschluss des Tages ein großer Topf Pellkartoffeln, hausgemachter Kräuterquark und dazu heiße Würstchen.

Eine der größten Kartoffeln, die aus dem Damm gesucht wurde

Nun ist die Kartoffelernte bei „Semundo Agrar“ beendet und die große Kartoffelhalle ist gefüllt mit 4000 Tonnen, die nach und nach in die verarbeitende Industrie gehen. Ein paar Beutel voll fallen da kaum ins Gewicht, denn die „Kinder lernen Landwirtschaft“. So lautet Babette Jülich´s Motto und sie hat schon die ersten Anmeldungen für das Kinderkartoffelstoppeln im kommenden Jahr.

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