Allgemein

Die Landseniorenvereinigung Wolmirstedt und der Heimatverein Wolmirstedt eröffneten vor kurzem die Ausflugs- und Begegnungssaison 2026 im „Katharinensaal“ auf der Schlossdomäne in ihrer Heimatstadt mit einer gemeinsamen Veranstaltung. Rund 150 Mitglieder beider Vereine waren der Einladung an diesem frühlingshaften Nachmittag gefolgt. Kein Wunder, denn das Programm versprach eine abwechslungsreiche Geselligkeit bei Kaffee und Kuchen: Kriminalrat a.D. Lothar Schirmer mit seinen Tipps gegen Gauner untermalt durch die Soulband des Landespolizeiorchesters.

Annedore Pflaumbaum und Andreas Berger begrüßten zur musikalischen Präventionsveranstaltung

Annedore Pflaumbaum, Vorsitzende vom Heimatverein, und Andreas Berger, Vorsitzender der Landsenioren, begrüßten ihre Mitglieder, freuten sich über den vollbesetzten Saal und die fröhliche Stimmung. Und Schirmer übernahm den Moderatorenpart in charmant fideler Manier. Kriminalfälle wechselten mit Anekdoten und flotten Sprüchen.

Geniale Stimme von Oberkommissarin und Sängerin Doreen Günther von der Soulband des Landespolizeiorchesters Sachsen-Anhalt

Als die Oberkommissarin und Sängerin der Band Doreen Günther und die Musiker mit dem Nina Hagen-Titel „Du hast den Farbfilm vergessen“ angekündigt wurden, waren einige Damen und Herren so textsicher, dass sie gleich von Anfang an mitsingen konnten: „Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee…“, „Que sera“ damals von Doris Day gesungen, Peter Maffeys „Nessaja“, Nancy Sinatras „These boots are made for walking“ oder „Über sieben Brücken“ von Karat – ein bunter Strauß Lieder, meist vom Publikum mitgesungen, mitgeschunkelt oder mitgeklatscht, bereicherte den interessanten und lehrreichen Stoff des bekannten Kriminalrats. Die Tricks der Gauner und Ganoven brachte Schirmer gekonnt und humorvoll unter die Leute: Schnäppchenmasche, Schockanruf oder Enkeltrick wurden an Beispielen abgehandelt und erläutert, wie schnell man auf so etwas reinfallen kann.

An einem kleinen Krimiquiz nahmen fast alle Zuhörer teil und so konnten sich nach der Auswertung Dagmar Dennhardt, Karin Petzold und Doris Schenk über ein nettes Präsent freuen. Beim „dramatischen“ Gedicht über den Fahrradunfall der schwangeren Frau, die ihr Kind dabei verlor, folgte als lustige Pointe und rhetorische Frage: Ist der Unfallverursacher nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch verpflichtet, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen?

Der Katharinensaal auf der Schlossdomäne in Wolmirstedt war gut gefüllt

Schirmer warnte vor bösen Anrufen, falschen Polizisten an der Haustür, den fiesen Methoden und arglistigen Kniffen der Kriminellen. Dienstausweis mit Führerschein vergleichen, bei Schockanrufen Anruf unterbrechen und Familie, Nachbarn sowie Polizei informieren und Telefonbucheinträge löschen lassen, waren einige der Tipps des Fachmanns. Schirmer kennt sich aus, hat die Wende als Polizist miterlebt und den Anstieg der Kriminalität in Magdeburg von 6000 bis 8000 Straftaten pro Jahr vor der Wende bis 62 000 im Jahr 1995 erleben müssen. „Von 1970 bis 1990 hatten wir in Magdeburg nicht einen Banküberfall“, sagte Schirmer und ergänzt verschmitzt: „Wir hatten ja nüscht, nich mal Kriminalität!“ Ein fast ernstes Gesicht bei: „Sie alle mussten nach 1989 ihr ganzes Leben umstellen. Sie haben das gemeistert und die aus den gebrauchten Ländern kriegen nicht mal das mit dem grünen Pfeil hin.“ Arge Themen und gute Unterhaltung – Applaus war Schirmer sicher. Die starken Musiker krönten die „musikalische Präventionsveranstaltung“.

Comments are closed