Allgemein-Bildung + Berufsnachwuchs
Grünes Klassenzimmer bei der Agro Bördegrün in Niederndodeleben

Kann man das essen? Wie hoch ist das Silo? Wie schnell kann der ROPA-Tiger fahren? Bauen sie auch Zuckermais an? Unendlich viele Fragen haben die 43 Schulkinder, die kürzlich mit ihren Lehrerinnen die Agro Bördegrün GmbH &Co.KG in Niederndodeleben besuchten. 18 Schüler einer 6. Klasse und 25 Schüler einer 5. Klasse nutzten die Unterstützung und Vermittlung des Bauernverbandes „Börde“ e.V., um einen Blick in moderne Landwirtschaft zu werfen. Juliane Stein, Landwirtin bei Bördegrün, hat ein besonderes Händchen bei der Schülerbetreuung. Es ist ihr ein großes Anliegen, die nächste Generation für die Arbeit der Bauern zu sensibilisieren und zu interessieren. Sie betont: „Die Kinder müssen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie wachsen.“

Landwirtschaftliche Themen als Teil des Schulunterrichts

In den Geografieunterricht passt der Ausflug gut in den Lehrplanabschnitt, der sich mit den Schwarzerdeböden in der Börde und die Nutzung dieses guten Bodens für landwirtschaftliche Kulturen befasst. Die Fachlehrer Patricia Possekel und Sabine Uebelhör begleiten ihre neugierigen Schüler durch den Tag. Sozialarbeiterin Anne Spormann war ebenfalls dabei. Die Stadtkinder hatten bisher wenig mit der Arbeit auf den Äckern zu tun und so begann die Exkursion nach der Busfahrt raus aufs Land mit einer kleinen theoretischen Einführung in den Betrieb im „Grünen Klassenzimmer“ auf dem Wirtschaftshof der Agro Bördegrün, der vor drei Jahren sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte.

Erlebnisse prägen

Ein Kurzfilm zeigte die modere Technikausstattung und das umfangreiche Leistungsspektrum der 2.600 Hektar bewirtschaftenden Landwirtschaftsfirma, die 50 Leuten Lohn und Arbeit sichert. Und als der 400-PS-Traktor über die Leinwand saust, diskutierten die Jungs schon mal etwas lauter. Eine Milch und einen Apfel gab es als Pausensnack, ehe das große Ratespiel um Getreidesorten begann. Maiskolben und Maispflanzen erläuterte Juliane Stein am Objekt und bezog gekonnt das zum Teil sehr gute theoretische Wissen der Schulkinder mit ein. Da gerade die Maisernte läuft, wurde es zum Hauptthema des Schülerausflugs, der bis in die Biogasanlagen führte. In zwei Gruppen, die 5. Klasse wurde von Freya von Rundstedt begleitet, ebenfalls Bördegrün-Mitarbeiterin, gab es einen kleinen Betriebsrundgang ehe es auf dem Betriebshof Ringstraße zu den echten großen Maschinen ging. Der große Traktor mit dem Grubber und der Mähdrescher wurden von den Kindern einzeln besichtigt und tausende Fragen schwirrten umher, die auch von den in der Werkstatt Beschäftigten alle beantwortet wurden.

Kinder als Multiplikatoren

Die Bioraffinerie, auf der gerade mit riesigen Maschinen der Silomais hochgeschoben und festgefahren wurde, bildete den krönenden Abschluss der landwirtschaftlichen Exkursion. Auch hier wurde den Kindern alles gezeigt, erklärt und jede Nachfrage beantwortet. Zurück auf dem Betriebshof Bahnhofstraße festigte eine kleine Wiederholungsfragerunde zum Mais und den Getreidesorten das erworbene Wissen des Tages. Einer Bockwurst mit Brötchen und einem Apfelsäftchen verweigerte sich kein Kind und dann fuhr der Bus zurück nach Magdeburg. „Ich hoffe, die Kinder erzählen ihren Eltern heute Abend, wie Arbeit in der Landwirtschaft funktioniert, dass der Ökostrom hier vor der Haustür produziert wird und dass der Beruf Landwirt sehr wichtig ist“, fasst es Agraringenieurin Juliane Stein zusammen.
Der prall gefüllte Tag und die gute vorherige Absprache mit dem Bauernverband „Börde“ e.V. und den Mitarbeitern von Bördegrün wurde von den beiden Lehrerinnen sehr gelobt.
Das Bildungsministerium fördert über das Landesschulamt die Teilnahme der Schüler an diesem Projekt. In normalen Jahren nahmen bisher rund 50 Schulklassen das Angebot des Bauernverbandes „Börde“ und seiner Mitgliedsbetriebe wahr. In diesem Jahr sind Schulbesuche bei den Landwirten coronabedingt eine Ausnahme.
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Text und Bildmaterial: Barbara Ilse

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