Allgemein-Ländlicher Raum-Natur + Umwelt

Vier übereinander angebrachte Kreissägeblätter an einem weit ausfahrbaren Arm schneiden mit geräuschvoller Drehzahl Hecken an Feldern und Wegen sowie Äste an überhängenden Bäumen. Mit diesem Anbaugerät am Traktor ist Stefan König, Mitarbeiter in der Landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft Groß Germersleben, vom 1. Dezember bis 28. Februar unterwegs an den eigenen betrieblichen Flächen und im Auftrag von Kommunen an Feldwegen und Straßen. Der Hecken- und Feldholzschnitt gehört zur jährlichen Winterarbeit vieler landwirtschaftlicher Betriebe. Mit solchen Pflegearbeiten erfüllen sie zudem ihre Verkehrssicherungspflicht.

Abstimmung mit Naturschutzbehörde ist wichtig

Im neuesten Video des Kreisbauernverbandes „Börde“ sägt Stefan König mit dem Heckenschneider die Bepflanzung an der B 246, um die Hydranten der Beregnungsanlage feldseitig freizuhalten. Sven Borchert, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Betriebes, erläutert die Arbeiten: „Feldholzschnitt erfolgt in den Wintermonaten, um die Vogelbrut zu umgehen. Der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis sind die Arbeiten wie jedes Jahr gemeldet und die Ausführung wird vom Amt kontrolliert. Wichtig ist ein sauberer Schnitt. Das fördert auch den Neuaustrieb im Frühjahr. Unser Mitarbeiter benutzt ein Multifunktionsgerät, welches im Sommerhalbjahr zum Feldkantenmähen eingesetzt wird.“
Das Schnittgut werde eingesammelt, aufgeladen und als Brennstoff zur Wärmegewinnung einer Biogasanlage in Hadmersleben zugeführt, fügt Borchert abschließend hinzu.

Feldgehölze haben Nutzen für Landwirtschaft und Natur

Hecken und Feldgehölze sind wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft. Sie verhindern unter anderem Bodenerosion, bieten Windschutz und sorgen für den Wasserrückhalt in der Fläche. Die besonders vielfältigen Strukturen erlauben eine sehr verschiedenartige Nutzung durch Insekten, Vögel und Kleingetier als Nahrungsbiotop, Brut- und Aufzuchtplatz, Ruhestätte und Winterquartier. Hecken bezeichnet man nicht umsonst als lebende Zäune. Als Strukturelemente sind Hecken und Gehölzstreifen unverzichtbar, denn sie gliedern und prägen das Landschaftsbild. Gerade hier an der B 246 halten sie im Winter oft Schneewehen von der Straße fern.

Text und Bildmaterial: Barbara Ilse

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