Allgemein-Tierhaltung-Verbandsnachrichten

Milch-Stammtisch des Bauernverbandes

v.l.n.r.: Jörg Stotttmeister, Heidrun Spengler-Knappe, Julian Nader, Marius Thordsen Denecke, Klaus Horstamann, Matthias Trittel

Der Vorstand des Bauernverbandes Börde e.V. hatte kürzlich interessierte Landwirte der Region, besonders die Milchviehhalter, zum Stammtisch „Milch“ nach Bösdorf eingeladen. Mit Amtstierarzt Julian Nader war ein kompetenter Ansprechpartner für die Gäste des Stammtisches im Versammlungsraum der Agrarproduktionsgesellschaft Bösdorf-Lockstedt anwesend. Etliche Landwirte und Fachleute, darunter die Vorstandsmitglieder und Frank Wienecke von der Rinderallianz, folgten der Einladung.

Vor Veranstaltungsbeginn führte der gastgebende Geschäftsführer, Jörg Stottmeister, über die Milchviehanlage. Allgemeines erzählte er zu Beginn: So unter anderem, dass 260 Kühe in den Ställen stehen & vier Fachkräfte die Kühe managen. Im Herbst soll die Fütterung voll automatisiert werden. Kälber werden in einer Anlage 20 Kilometer entfernt aufgezogen. Der Betrieb wirtschaftet auf 1400 Hektar Fläche, davon 40 Prozent Grünland. Energie wird über eine Biogasanlage und Sonnenkollektoren auf den Stallflächen erzeugt. Spezielle Einblicke gab Stottmeister unterwegs. So erfuhren die Tierwirtskollegen und die anderen Interessierten zum Beispiel, dass eine Angusrinder-Herde im Aufbau ist und 40 Tiere bereits extensiv gehalten werden. Fünf Lehrlinge bildet der Betrieb zurzeit aus. Einen Stallneubau plane man nicht.

Anschließend begrüßte Vorstandsmitglied Heidrun Spengler-Knappe alle zur Diskussionsrunde, dankte Stottmeister für die Vorbereitung und machte darauf aufmerksam, dass es nur noch wenige tierhaltende und noch weniger milchviehhaltende Betriebe im Landkreis gäbe. Anschließend übernahm Veterinär Nader den Impulsvortrag zum Thema. Er sprach unter anderem über die Vorbeugung, Impfungen, Stichprobenkontrollen bei der Blauzungenkrankheit, der Maul- und Klauenseuche oder auch Salmonellen beim Rind. Nader appellierte, dass man sich im schnellstmöglich Veterinäramt meldet, sobald Tiergesundheitsprobleme auftreten. Im offenen Meinungsaustausch sprach man zum Beispiel über Meldetermine und Varianten der Blut- und Milchuntersuchungen oder die medizinische Versorgung der Tiere allgemein. Es ging bei den Wortmeldungen auch um die allgemeinen Probleme der Landwirte: Überhandnehmende Aufzeichnungs- und Meldepflichten, Liquiditätsprobleme in den Betrieben, Pachtpreise, hohe Betriebsmittelkosten, den anstehenden Grünschnitt, den segensreichen Regen der vergangenen Woche und so weiter.

Der Betrieb gehört zu den nachhaltigsten Betrieben in der region und wird dafür regelmäßig ausgezeichnet.

Eric Wilke, der Herdenmanager bei Stottmeister, gab Ausblicke auf den Milchpreis und den Weltmarkt. Er meinte, dass die Milchviehhalter noch eine Weile aushalten müssten, bis der Milchpreis, der jetzt in ganz kleinen Schritten ansteigt, wieder ökonomisches Wirtschaften möglich macht.

Tierarzt Nader schloss die Runde mit einem Lob an das hohe Niveau bei Milch und Fleisch aus deutschen Betrieben. „Wir brauchen eigentlich keine Tierkennzeichnung mehr.“ Wer argentinisches Rindfleisch kaufe, verzichte auf den hohen deutschen Standard, sagte er.

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