Allgemein-Ländlicher Raum

Auf der kürzlich veranstalteten Vertreterversammlung des Landseniorenverbandes Sachsen-Anhalt e.V. im Hotel Motorsport Arena in Oschersleben wurde unter anderem der Vorstand für die kommenden zwei Jahre gewählt. Die rund 50 Anwesenden aus den 16 regionalen Vereinigungen entschieden sich für Dr. Reinhard Meinecke, Heinz Vierenklee, Manfred Fuhlroth, Fred Fuhrmann und Dr. Horst Schnellhardt. Letzterer wurde wieder zum Vorsitzenden erkoren. Gudrun Böttcher und Gerhard Krüger bilden die Revisionskommission.

Landsenioren geben Gesellschaft

Altes und neues Präsidium sowie die Revisionskommission des Landseniorenverbandes Sachsen-Anhalt e.V. (von links): Fred Fuhrmann (Landsenioren Sangerhausen), Manfred Fuhlroth (Landsenioren Halberstadt), Dr. Horst Schnellhardt (Landsenioren Halberstadt), Heinz Vierenklee (Landsenioren Mittlere Elbe), Gudrun Böttcher (Landsenioren Halberstadt), Gerhard Krüger (Landsenioren Wanzleben) und Dr. Reinhard Meinicke (Landsenioren Wanzleben)

Dr. Horst Schnellhardt von der Landseniorenvereinigung (LSV) Halberstadt leitete die Corona-angepasste Versammlung mit einem Bericht über die schwierige Arbeit in den vergangenen Pandemiejahren ein, in denen viele Veranstaltungen ausfallen mussten. Für die älteren Dorfbewohner könnten die heutigen Strukturen im ländlichen Raum, den er als vernachlässigt bezeichnet, schnell zur Vereinsamung führen. Projektideen wie zum Beispiel Mehrgenerationenhäuser könnten dem Trend, nach Schnellhardts Meinung, hier nur wenig entgegenwirken, seien doch die Kinder wegen der Arbeit meist woanders zuhause. Die Aktivitäten der vor Ort ansässigen Landseniorenvereinigungen wären dann umso wichtiger. Schnellhardt bezeichnete die LSV als „stärkste Gruppe im ländlichen Raum, welche soziale Arbeit leistet. Für die Zurückgebliebenen muss Sorge getragen werden.“ Er dankte in diesem Zusammenhang der sachsen-anhaltinischen Landesregierung für die finanzielle Unterstützung der Landseniorenvereinigung. Sein Lob galt vor allem den Vertretern der LSV in den verschiedenen Gebieten, die sich um die Treffen der Senioren und die Vereinsarbeit kümmerten und nicht nachließen. Sein Rat für die Zukunft der einzelnen Vereine galt der Voraussicht bei der Besetzung der Führungsebene.

Aktivitäten laufen

„Für 2021 waren und sind wieder Treffen, Informationsnachmittage und Busfahrten geplant und auch schon gelaufen“, freut sich der Vorsitzende, der die zukünftige Bevölkerungsstatistik zur Hand nahm, um die Wichtigkeit und Zunahme der Seniorenarbeit zu hinterlegen: „2035 werden auf 100 Personen im erwerbsstätigen Alter 97 unter 20-Jährige und über 67-Jährige kommen. Die sogenannte schrumpfende Mitte wird in Zukunft eine ernste Herausforderung sein. Denn sie ist es vor allem, die Steuern und Beträge in die Sozial- und Pflegekassen zahlt.“ Diesem Dilemma, so Schnellhardt, müsse sich die neue Regierung stellen. Womit sich Schnellhardt auch nicht abfinden will, sind die ansteigenden Abgaben der Rentner in die Kassen bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten.

Interesse an der Landwirtschaft verbindet

Ehrungen: (von links) Dr. Horst Schnellhardt dankte Manfred Friedrich und Walter Pitzschk für ihre Arbeit. Beide scheiden aus ihren Ämtern aus.

Andreas Berger, der die Versammlung leitete, bat anschließend Marcus Rothbart, Geschäftsführer des Landesbauernverbandes e.V. um seine Grußworte. Rothbart stieg in den Bericht seines Vorredners zum Stichwort Strukturwandel ein, sprach von der auch im Bauernverband komplizierter werdenden ehrenamtlichen Arbeit und dem zunehmenden Mangel an Ehrenamtlern bei gleichzeitig steigenden Anforderungen in den Betrieben. Im Verband hätte man dieses Problem durch eine Verstärkung des Hauptamtes eingegrenzt. Rothbart erinnerte an die zu Recht veranstalteten Bauernproteste, an den für die Landwirte erfolgversprechenden Koalitionsvertrag in Sachsen-Anhalt und betonte ebenfalls, dass die neue Regierung eine große Aufgabe darin vor sich hätte, Arbeitskräfte so zu entlohnen, dass zukünftige soziale Abgaben finanziert werden könnten. Der Hauptgeschäftsführer konnte auch verkünden, dass im kommenden Jahr wieder eine Grüne Woche stattfinden würde: „Auch wenn vieles digital erreicht wurde, die Menschen wollen sich wieder treffen. Das haben wir beim Landeserntedankfest erlebt.“
Nach dem Grußwort folgte der Bericht der Revisionskommission von Gudrun Böttcher und Gerhard Krüger, deren Entlastung und die des Präsidiums, einige Ehrungen, kleine Satzungsänderungen und die Neuwahl der Gremien. Alles erfolgte einstimmig.
Der Vortrag von Dr. Martina Schäpe über moderne Labormethoden, ein Mittagessen und die Führung über die Rennstrecke der Motorsport Arena rundeten den Tag für die zum Teil weitgereisten und ob des langersehnten Treffens wohlgelaunten Landsenioren ab.
Text und Fotos: Barbara Ilse

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