Kuhfutter benötigt solide Pflege für den Saisonstart

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Zwischen Gehrendorfer und Bösdorfer Damm stehen wir heute für das neueste Video des Bauernverbandes „Börde“ e.V. zum Thema „Grünlandpflege“ mit Markus Stottmeister auf einer etwa 20 Hektar großen Wiese bei Bösdorf, die wohl aufgrund ihrer Form „Behrens Keil“ genannt wird.
Wir sind im Drömling; ringsherum sind Wassergräben. Morgensonne. Frühlingswetter. Hier zieht der junge Mann, Mitarbeiter der AGRAR Produktionsgesellschaft Bösdorf/Lockstedt mbH, seine Runden mit dem fünf Jahre alten Joskin Wiesenstriegel. Aber für die Aufnahmen ist der 25-Jährige kurz aus dem Traktor gestiegen, um uns die Arbeiten und das Gerät zu erklären.

Wiesen werden abgeschleppt

Jeweils auf acht Meter Breite werden mit dem Striegel die zahlreichen Mauswurfhügel glattgezogen, großblättrige Unkräuter und trockene Gräser ausgerissen, der Boden belüftet und Platz für neues Saatgut geschaffen. Somit regt der Striegel die natürliche Ausbildung der vorhandenen Gräser und das Ankeimen des neuen Pflanzenbestandes an, denn in Kombination mit einem pneumatischen Sägerät kann die Maschine in einem Arbeitsgang striegeln sowie Futtergrasmischungen an schlecht bewachsenen Stellen säen. Die Erträge des Grünlandes werden erhöht, egal ob es später beweidet oder als Futter gemäht wird. Hochwertiges Grundfutter ist in jedem Fall eine der wichtigsten Energiequellen für die 500 Jungrinder, die 330 Milchkühe sowie die Mutterkühe des Betriebes. „Alles was auf den Wiesen geschieht, hängt vom Wasserstand auf der jeweiligen Fläche ab“, stellt der ausgebildete Landwirt und fast fertigstudierte Agrar-Master fest und fügt hinzu: „Jetzt kann ich noch nicht sagen, wann oder ob hier später unsere Tiere stehen. Noch sind sie im Winterquartier.“ Der Drömling hat seine eigenen Regeln, auf alle Fälle wassertechnisch gesehen. Und auch bearbeitungstechnisch gibt es für das Naturschutzgebiet etliche Vorgaben, die befolgt werden müssen. Vogel-, Wasser- und Bodenschutz stehen hier ganz oben. Viele Arbeiten werden kontrolliert, müssen angemeldet und genehmigt werden.

Vielfalt am Rand des Drömling

Die Flächen des landwirtschaftlichen Betriebes liegen rings um Bösdorf höchstens 5 bis 6 Kilometer entfernt. Die durchschnittliche Flächengröße liegt bei 10 bis 15 Hektar. Insgesamt bewirtschaftet der Betrieb 480 Hektar Grünland und 800 Hektar Acker. Auf den Äckern werden Raps, Mais, Triticale, Roggen, Weizen und Gerste angebaut. Circa 70 Hektar sind Stilllegungen und Blühflächen. Die meisten der 16 Angestellten kümmern sich um die Tiere. Sechs Melkroboter und ein Futterschieber unterstützen sie. Es gibt eine 500 kW-Biogasanlage, die Rindergülle, Mais und Gras verarbeitet. Photovoltaikflächen auf den Dächern ergänzen das betriebseigene Energiekonzept. Eine Angusrinderherde zur späteren Direktvermarktung ist im Aufbau – 25 Tiere kalben gerade.
Zum Video:

Auf dem Land verwurzelt

Markus Stottmeister schreibt nun, nach den letzten Prüfungen, an seiner Masterarbeit. Er hat im Betrieb den Beruf erlernt, wie auch viele andere hier ausgebildete Landwirte. Er wird bald in die Firmennachfolge einsteigen. Sein Vater, Jörg Stottmeister, ist Geschäftsführer der AGRAR Produktionsgesellschaft Bösdorf/Lockstedt mbH. Der Junior ist Bauer durch und durch, hat es von der Pike auf gelernt. Von den fünf Sternen des LKV (Landeskontrollverband für Leistungs- und Qualitätsprüfung) für die Milchleistung und -Qualität oder der erfolgreichen Firmengeschichte erzählt er genauso standesbewusst wie von der allgemeinen Betriebstechnikausstattung und der Striegeltechnik im Besonderen. Sein Hobby ist der Pferdesport. Als Gespannfahrer hat er sich in dieser speziellen Zunft bereits einen Namen gemacht.
Text und Bildmaterial: Barbara Ilse