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In einem Schreiben hat Agrarministerin Dalbert den Landesbauernverband über die beabsichtigte Streichung der sogenannten „Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete“ ab dem kommenden Jahr informiert. Nach zwei Dürrejahren und mit Blick auf die bedrohlichen Prognosen für die kommende Ernte schlägt diese Nachricht wie ein Blitz in der betroffenen Bauernschaft ein.

Ein Drittel des Landkreises Börde im „benachteiligten Gebiet“

Entgegen der üblichen Meinung über beste Böden in der Börde sind tatsächlich etwa ein Drittel der Landkreisfläche von der EU als „benachteiligtes Gebiet“ eingestuft. Grundlage ist ein komplexer Bewertungsmechanismus, der unter anderem die Ertragsfähigkeit der Böden berücksichtigt. Und vor allem nördlich der Autobahn 2 im Übergang zum Flechtinger Höhenzug und zur Colbitz-Letzlinger-Heide werden die Äcker stark sandig. Die sehr viel niedrigeren Erträge reichen auf normalem Weg nicht mehr aus, um die Produktionskosten zu decken.

Wegfall trifft wichtige Partner des Naturschutzes

Die Ausgleichszulage wurde seit vielen Jahren gezahlt, um auch in Gebieten mit extrem nachteiligen natürlichen Bedingungen eine existenzfähige Landwirtschaft vorzuhalten. Gerade im betroffenen Gebiet von der Elbaue, über die Heidegebiete bis in den Drömling gibt es eine vielfältige und strukturreiche Landschaft, die es wert war mit Natura2000, Landschaftsschutz, Naturschutz oder Biosphärenreservat unter Schutz gestellt zu werden. Doch braucht die Offenheit und Vielfalt dieser Landschaften in der Tier- und Pflanzenwelt die landwirtschaftliche Bewirtschaftung.
In Summe bringen die Einschränkungen durch die ertragsarmen Böden und die Auflagen im Natur- und Umweltschutz die Landwirte an die Existenzschwelle. Mit der Haltung von Rindern, Schweinen oder Schafen konnte man zu früheren Zeiten das Wenige vom Acker noch „veredeln“ und eine größere Wertschöpfung betreiben. Angesichts der dauerhaft niedrigen Preise für Milch, Fleisch oder Wolle gelingt das immer weniger.

Ausgleichszulage sichert Existenzen

Mit der Ausgleichszulage hat die Politik einen entscheidenden Beitrag zur Existenzsicherung dieser Landwirte geleistet. Nach Auffassung des Bauernverbandes „Börde“ war dieses Geld sinnvoll investiert und sollte auch zukünftig gesichert bleiben. Wenn aus dem EU-Landwirtschaftsfonds gekürzt werden muss, dann sollten Ausgaben für Breitbandkabelausbau, Schulsanierung oder Hochwasserschutz besser in die eigentlich zuständigen Struktur- und Sozialfonds der EU verlagert werden.

Im August vergangenen Jahres hatten wir das Thema in Verbindung mit einem konkreten Beispiel aufgegriffen: Ampfer, den frisst nicht mal das Reh

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